Haus & Grund begrüßt, dass die Bundesregierung mit dem geplanten Wärmenetzgesetz mehr Transparenz und eine stärkere Kontrolle der Fernwärmepreise schaffen will. Deutlichen Nachbesserungsbedarf sieht der Verband jedoch bei den mietrechtlichen Regelungen. „Die Bundesregierung versucht offensichtlich, für jeden denkbaren Einzelfall eine eigene gesetzliche Regelung zu schaffen!"
verfasst von Marius Livschütz | 07.09.2026
"So entsteht nämlich kein verlässliches Mietrecht, sondern ein weiter wachsendes Geflecht aus kaum mehr verständlichen und kaum mehr erklärbaren Sonderregelungen, aus Ausnahmen und Kappungsgrenzen. Vermieter verzweifeln zunehmend an der jedes Jahr verlässlich hinzukommenden Bürokratie - das zeigen alle aktuellen Umfragen - bundesweit wie in Stuttgart“, so Haus & Grund Stuttgart-Geschäftsführer Ulrich Wecker.
Besonders kritisch bewertet Haus & Grund die Überlegung, die Kappungsgrenze für Vermieter, die selbst eine neue Heizungsanlage einbauen und betreiben, weiter abzusenken. „Statt das Mietrecht zu vereinfachen und Vermietern Lust auf Investitionen zu machen, soll die nächste Sondergrenze geschaffen werden. Starre Betragsgrenzen berücksichtigen weder Inflation noch steigende Bau- und Finanzierungskosten. Wer private Investitionen in die Wärmewende will, darf die Finanzierung nicht noch weiter erschweren“, so Wecker.
Grundsätzlich positiv bewertet Haus & Grund dagegen die geplante Lockerung des Kostenneutralitätsgebots bei der Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung (diese bedeutet, dass die Mieter nach einer Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung dadurch nicht mehr für Heizung und Warmwasser bezahlen müssen als zuvor, also keine höheren Kosten für diese entstehen dürfen.) Allerdings sei die Deckelung auf 50 Cent je Quadratmeter Wohnfläche nicht zukunftstauglich. Offen bleibt außerdem, wie der bislang aufwendige Kostenvergleich praxistauglich und bezahlbar auszugestalten wäre. Wecker dazu: „Eine Lockerung auf dem Papier reicht nicht. Die Kosten der Fernwärme muss der Anbieter bezahlbar halten, nicht der Vermieter.“
Weitere Beiträge
Pressemitteilung
05.10.2026
Umfrage: Traum vom Eigenheim ungebrochen – Mehrheit hält ihn aber für unrealistisch
Anlässlich des heutigen Welttags des Wohn- und Siedlungswesens (Habitat-Tag) macht Haus & Grund mit einer repräsentativen Umfrage auf die wachsende Kluft zwischen dem Traum vom Eigenheim und seiner Realisierbarkeit aufmerksam: 76 Prozent der jungen Mieter wünschen sich, in einer eigenen Immobilie zu leben. Doch nur 39 Prozent halten es für realistisch, dass dieser Traum je in Erfüllung geht.
Pressemitteilung (Zentralverband)
10.09.2026
Bauministerkonferenz: Länder müssen den Bund zu Reformen drängen
Pressemitteilung (Zentralverband)
01.09.2026
Mieterbund diagnostiziert Wohnungsnot – und verlangt nach der falschen Medizin
Pressemitteilung
27.08.2026
Local first: Ausbau Energieversorgungsnetze durch Verkauf städtischer Windparks finanzieren
Die Berichterstattung über einen mutmaßlichen temporären Ausgabenstopp bei der Stuttgart Netze GmbH bestätigt die Annahme, dass die politischen Rahmenbedingungen der städtischen Energiewende nicht ordentlich zu Ende gedacht wurden. So erfordert der dringend benötigte Netzausbau und die Netzerneuerung durch die Elektrifizierung von Mobilität und Heizung einen gewaltigen Invest vor Ort – also dort, wo Energie auch benötigt und verbraucht wird. Das ist auch und insbesondere für Immobilieneigentümer entscheidend. Haus & Grund Stuttgart schlägt zur Finanzierung den Verkauf der städtischen Windparks vor. Haus & Grund geht von einem Wert im dreistelligen Millionenbereich aus.