Die Zeit der Unsicherheit bei den Regeln für den Heizungskeller müssen nun der Vergangenheit angehören. „Appelle aus der Stadtpolitik, den mühsam gefunden Kompromiss und die Einigung zum Heizungsgesetz aus Berlin anzugreifen oder durch eigene Regelungen zu konterkarieren, muss entschlossen entgegengetreten werden“, erklärt der Vorsitzende von Haus & Grund Stuttgart, Joachim Rudolf.
verfasst von Marius Livschütz | 05.03.2026
„Stuttgart darf sich keinen Sonderweg leisten. Immobilieneigentümer brauchen jetzt endlich Ruhe und Klarheit aber vor allem keine zwei Geschwindigkeiten. Dies löst auch bisher bestehende Unsicherheiten und Investitionszurückhaltung auf. Es ist ein Irrglaube, wenn Teile des Stadtrats meinen, mit klammen Kassen die Welt schneller verbessern zu können. Haus & Grund setzt weiter auf Überzeugung und klare Orientierung. Die Stadt wäre auch gut beraten, statt apodiktischem Klimaschutz auf den größtmöglichen Wirkungsgrad der eingesetzten Mittel sowie Wirtschaftlichkeit für Eigentümer und deren Mieter zu setzen. Wir stehen für eine zielgerichtete und effiziente Förderung und Prioritätensetzung und Konzentration der Fördertöpfe“, so Rudolf.
„Klimaziele müssen realistisch und erreichbar sein, starre Vorgaben helfen niemandem. Die Vielfalt der Immobilienlandschaft erfordert zudem individuell zugeschnittene Lösungen, die durch die Abschaffung des Heizungsgesetzes nun mit technologieoffenen Ansätzen besser erreicht werden können“, ergänzt Ulrich Wecker, Geschäftsführer von Haus & Grund Stuttgart.
„Wenn auch die Stuttgarter Wärmeplanung in der Zukunft für die Bürger keine rechtlichen Auswirkungen auf den Austausch der eigenen Heizung mehr hat, empfehlen wir, dass die Stadt daran festhält, wenngleich Haus & Grund als Vertreter der Eigentümer in Stuttgart bis heute dazu formal nicht angehört wurde. Allerdings muss die Wärmeplanung über den Charakter einer bloßen Machbarkeitsstudie hinausgehen. Entscheidend ist die Festlegung konkreter Erschließungsgebiete mit verlässlichem Zeithorizont. Insbesondere braucht es eine verlässliche Abschätzung künftiger Verbrauchskosten neuer Wärmenetze. Daran und damit auch an einer notwendigen Entscheidungsgrundlage für die Eigentümer fehlt es bisher eklatant“, führt Wecker aus.
Haus & Grund geht mit gutem Beispiel voran, und hält an der kürzlich getroffenen Entscheidung, die eigenen Landesgeschäftsstelle mit Fernwärme zu versorgen, fest. „Weil wir Fernwärme langfristig gegenüber fossilen Brennstoffen sowohl ökonomisch als auch ökologisch als überlegen sehen“, so Wecker. „Wir appellieren, soweit möglich, auch bei unseren Mitgliedern, in entsprechend langen Linien zu denken.“
Haus & Grund berät seine Mitglieder kostenlos zum Thema Heizungstausch und energetische Sanierung in seiner Energieberatung.
Zur Abschaffung des Heizungsgesetzes erklärte Haus & Grund Stuttgart–Geschäftsführer Wecker bereits am 25.02. gegenüber der Stuttgarter Zeitung:
„Die nun konkret geplante Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes ist absolut richtig und überfällig. Das Durchregieren bis in den Heizungskeller war ein Irrweg, der nicht den Klimaschutz, sondern nur den Frust der Menschen beflügelt hat. Dass Eigentümer wieder mehr Freiheit, mehr Zeit und weniger bürokratische Vorgaben beim Heizungstausch haben, begrüßen wir deshalb ausdrücklich. Das kann dann auch dem Klimaschutz helfen – denn Eigentümer wollen investieren, dazu brauchen Sie keinen Zwang, keinen erhobenen Zeigefinger, sondern gute Rahmenbedingungen. Nun darf aber das Land und die Stadt nicht mit eigenen Vorgaben und Regelwerken diese Entwicklung konterkarieren.“
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