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Pressemitteilung

Vermieterbefragung: Fast zwei Drittel der Stuttgarter Vermieter überlegen, das Vermieten aufzugeben

64,8 Prozent der Vermieter in Stuttgart halten es für wahrscheinlich, dass sie ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufgeben und Wohnraum verkaufen würden. „Für unsere Mitglieder ist damit weniger die einzelne Maßnahme ausschlaggebend als vielmehr die kumulative Wirkung der Regulierungen. Das ist eine Warnung an die Politik, die Belange der Vermieter endlich ernst zu nehmen“, so Vereinsgeschäftsführer Ulrich Wecker.

verfasst von Marius Livschütz | 09.07.2026

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Gefragt wurden die Stuttgarter Haus & Grund- Mitglieder zu bestehenden bzw. zu von der Politik aktuell diskutierten weiteren Reglementierungen des Wohnungsmarkts:

  • Bezüglich einer Verlängerung/Verschärfung von Mietpreisbremsen fühlen sich 41,7 Prozent der Mitglieder bei ihrer Vermietungstätigkeit stark oder sehr stark eingeschränkt.

  • Eine potenzielle Meldepflicht von Miethöhen an staatliche Stellen würde über 51 Prozent der Befragten in ihrer Vermietungstätigkeit behindern.

  • Deutliche Einschränkungen (66,3 Prozent) werden befürchtet bei einer Aufweichung der Durchsetzung von Zahlungsrückständen (erweiterte Schonfristzahlung).

  • Zusätzliche Erschwernisse und Verzögerungen bei Räumungsverfahren würden Vermieter bei ihrer Vermietungstätigkeit laut 78 Prozent der Befragten stark oder sehr stark einschränken.

  • Auch reduzierte Möglichkeiten zur Modernisierungsmieterhöhung würden Vermieter stark oder sehr stark belasten (53 Prozent).

  • Gleichermaßen fühlen sich Vermieter eingeschränkt durch verschärfte Vorgaben bei den Nebenkostenabrechnungen, bei abgesenkten Kappungsgrenzen, der Begrenzung der Umlagefähigkeit haushaltsnaher Dienstleistungen oder bei der Verschärfung von Eigenbedarfskündigungen.

Weitere Erkenntnisse aus der Vermieterbefragung:

  • Der typische private Vermieter in Stuttgart besitzt eine Mietwohnung: Die große Mehrheit der Haus & Grund Mitglieder aus Stuttgart vermietet nur wenige Wohnungen, meist eins bis fünf. 45 Prozent der Vermieter vermieten nur eine Eigentumswohnung oder ein Ein-/Zweifamilienhaus.

  • Zwei Fünftel der Mitglieder haben zuletzt Mietpreise angepasst: Im letzten Jahr haben nur 36,3 Prozent der Mitglieder die Mieten angepasst. 63,7 Prozent haben die Mieten nicht angepasst.

  • Mieten werden mit Zurückhaltung und Augenmaß angepasst: Über 66 Prozent der Mitglieder passen die Miete entweder nur moderat an oder verzichten über längere Zeiträume ganz auf eine Anpassung.

  • Mieteinnahmen: Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) erzielen jährlich weniger als 30.000 Euro an Mieteinnahmen, also unter 2.500 Euro monatlich. Davon liegen über 40 Prozent sogar unter 12.000 Euro im Jahr. Die Beträge sind Einnahmen vor Steuern und vor Abzug von Ausgaben für Instandhaltung, Verwaltung oder Finanzierungskosten.

  • Fehlende Rentabilität wird mit 69,7 Prozent am häufigsten als Modernisierungshemmnis genannt. 43,8 Prozent beklagen komplizierte Anforderungen im Mietrecht, 39,4 Prozent nennen bürokratische Hürden.

  • Haus & Grund-Mitglieder vermieten ihre Wohnungen mehrheitlich nicht über Immobilienportale: Selbst in den Mehrfamilienhäusern werden nur rund 45 Prozent der Wohnungen über Portale vergeben. Mehr als die Hälfte der Vermietungen erfolgt außerhalb von Inseraten über persönliche Netzwerke und direkte Anfragen.

  • Mietverhältnisse sind typischerweise stabil und langfristig angelegt: Ein großer Teil der Wohnungen wurde zuletzt vor mehreren Jahren vermietet – bei Eigentumswohnungen und Ein-/Zweifamilienhäusern jeweils knapp die Hälfte vor über 5 Jahren. Kurzfristige Vermietungen (unter 12 Monate) sind insgesamt die Ausnahme.

Hintergrund:

Haus & Grund Deutschland hat eine bundesweite Vermieterbefragung durchgeführt. Die Ergebnisse der repräsentativen bundesweiten Umfrage liegen nun in regionalisierter Form für Stuttgart vor.

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